Ein guter Cold Brew braucht keine komplizierte Ausstattung, sondern vor allem das richtige Verhältnis von Kaffee, Wasser und Zeit. Ich zeige dir ein zuverlässiges Grundrezept, erkläre die Wahl der Bohnen, das Filtern und die passende Ziehzeit und gebe dir Varianten an die Hand, mit denen du den Kaffee an deinen Geschmack anpassen kannst.
Mit diesem Grundrezept gelingt kalter Kaffee besonders unkompliziert
- 100 g grob gemahlener Kaffee auf 500 ml kaltes Wasser ergeben ein kräftiges Konzentrat.
- Die Mischung zieht 12 bis 16 Stunden, idealerweise abgedeckt im Kühlschrank.
- Für ein ausgewogenes Getränk das Konzentrat mit Wasser, Milch oder Eis verdünnen.
- Ein Glas, ein Filter und eine Kaffeemühle reichen völlig aus. Spezialzubehör ist optional.
- Sauber gefiltert und gekühlt bleibt der Cold Brew meist mehrere Tage aromatisch.

Das einfache Grundrezept für Cold Brew
Für den Einstieg empfehle ich ein Verhältnis von 1 Teil Kaffee zu 5 Teilen Wasser. So entsteht ein Konzentrat, das du später flexibel verdünnen kannst. Du brauchst 100 g grob gemahlenen Kaffee, 500 ml kaltes oder zimmerwarmes Wasser, ein großes Schraubglas oder eine Karaffe und einen Papier- oder Kaffeefilter.
- Gib das grob gemahlene Kaffeepulver in ein sauberes Gefäß.
- Gieße das Wasser langsam darüber und rühre vorsichtig um, bis das gesamte Kaffeemehl feucht ist.
- Decke das Gefäß ab und lasse die Mischung 12 bis 16 Stunden ziehen.
- Filtere den Kaffee sorgfältig durch ein feines Sieb oder einen Papierfilter.
- Serviere ihn mit Eis und verdünne ihn nach Geschmack mit Wasser oder Milch.
Ein Verhältnis von 1:5 ergibt einen kräftigen Ansatz. Für ein direkt trinkbares Getränk kannst du stattdessen etwa 60 g Kaffee auf 1 Liter Wasser verwenden. Ich beginne lieber mit dem Konzentrat, weil sich ein zu starker Kaffee leichter verdünnen lässt als ein wässriger Ansatz nachträglich retten lässt.
So viel ergibt das Rezept
Aus 100 g Kaffee und 500 ml Wasser erhältst du nach dem Filtern ungefähr 350 bis 450 ml Konzentrat. Ein Glas mit 150 ml Cold Brew wird meist mit der gleichen Menge Wasser, Eis oder Milch aufgefüllt. Die tatsächliche Ausbeute hängt davon ab, wie viel Wasser das Kaffeemehl bindet.
| Getränk | Kaffee | Wasser | Ziehzeit |
|---|---|---|---|
| Kräftiges Konzentrat | 100 g | 500 ml | 12 bis 16 Stunden |
| Milder Cold Brew | 60 g | 1 Liter | 12 bis 16 Stunden |
| Kleiner Testansatz | 40 g | 200 ml | 12 bis 14 Stunden |
Welche Bohnen und welches Wasser den Geschmack bestimmen
Cold Brew schmeckt besonders ausgewogen, wenn der Kaffee frisch und grob gemahlen ist. Sehr fein gemahlenes Kaffeemehl macht das Filtern unnötig schwer und kann den Kaffee bitter oder trüb werden lassen. Die Körnung darf ungefähr an grobes Meersalz erinnern.
Bei der Röstung hast du viel Spielraum. Eine mittlere Röstung bringt oft Schokoladen- und Nussnoten hervor, während helle Bohnen fruchtiger und lebendiger schmecken. Sehr dunkle Röstungen können im kalten Auszug kräftig, rauchig oder leicht bitter wirken. Ich würde für den ersten Versuch eine mittel geröstete Arabica-Mischung wählen, weil sie Fehler bei der Ziehzeit besser verzeiht.
Das Wasser nicht unterschätzen
Leitungswasser funktioniert grundsätzlich, sofern es angenehm schmeckt. Bei stark kalkhaltigem Wasser wirkt der Cold Brew manchmal stumpf oder flach. In diesem Fall liefert gefiltertes Wasser häufig die deutlichere Verbesserung als eine teurere Kaffeesorte.
Kaltes Wasser aus dem Kühlschrank verlängert die Extraktion etwas. Mit zimmerwarmem Wasser gelingt der Ansatz meist schneller, sollte danach aber direkt gekühlt werden. Ich verwende für einen Ansatz am liebsten Wasser mit Raumtemperatur und stelle das verschlossene Gefäß anschließend in den Kühlschrank.
Ziehzeit und Filtern richtig steuern
Die Ziehzeit entscheidet darüber, ob der Kaffee weich und rund oder dünn und unausgewogen schmeckt. 12 bis 14 Stunden sind ein guter Ausgangspunkt für einen milden Cold Brew. Bis zu 16 Stunden machen ihn kräftiger, während deutlich längere Zeiten nicht automatisch mehr Aroma bringen.
| Ergebnis | Mögliche Anpassung |
|---|---|
| Zu dünn oder wässrig | Mehr Kaffee verwenden oder 2 bis 3 Stunden länger ziehen lassen |
| Zu bitter oder trocken | Kürzer ziehen lassen und gröber mahlen |
| Zu sauer oder unausgewogen | Etwas länger ziehen lassen und eine andere Röstung testen |
| Trüb mit vielen Partikeln | Ein zweites Mal durch einen Papierfilter gießen |
Beim Filtern lohnt sich Geduld. Ein Papierfilter entfernt feine Schwebstoffe besonders zuverlässig, kann aber langsam laufen. Drücke das Kaffeemehl nicht kräftig aus, denn dadurch gelangen mehr Bitterstoffe und kleine Partikel in den fertigen Kaffee. Ein wiederverwendbarer Metallfilter ist nachhaltiger, lässt jedoch meist mehr Öle und Sediment durch.
Cold Brew abwechslungsreich servieren
Pur auf Eis zeigt der Kaffee seinen Charakter am besten. Für ein klassisches Glas mische ich 100 ml Konzentrat mit 100 bis 150 ml Wasser und gebe einige Eiswürfel dazu. Wer es cremiger mag, ersetzt das Wasser durch Milch oder einen Pflanzendrink.
Cold Brew mit Milch
Haferdrink passt durch seine leichte Süße besonders gut zu nussigen Röstungen. Kuhmilch macht das Getränk runder, während ungesüßter Mandeldrink die Röstaromen stärker hervortreten lässt. Bei sehr kräftigem Konzentrat würde ich zunächst mit einem Verhältnis von 1:2 aus Kaffee und Milch beginnen.
Vanille und Zimt
Für eine milde Variante rühre ich etwas Vanillesirup oder eine kleine Prise Zimt direkt ins Glas. Süßungsmittel lösen sich in kaltem Kaffee schlechter auf, deshalb eignet sich flüssiger Sirup besser als normaler Haushaltszucker. Schon ein halber Teelöffel reicht oft aus.
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Cold Brew Tonic
Eine erfrischende Alternative ist Cold Brew mit Tonic Water. Dafür 80 bis 100 ml Konzentrat über Eis geben und langsam mit 150 ml Tonic Water auffüllen. Das Ergebnis ist herber und spritziger als klassischer Eiskaffee, weshalb fruchtige, helle Röstungen besonders gut funktionieren.
Diese Fehler machen den Kaffee unnötig schwierig
Der häufigste Fehler ist zu fein gemahlener Kaffee. Er sorgt nicht nur für eine trübe Flüssigkeit, sondern kann beim langen Kontakt mit Wasser auch unangenehme Bitterkeit entwickeln. Grob mahlen und gründlich filtern bringt meist mehr als eine komplizierte Rezeptur.
Auch eine übertriebene Kaffeemenge führt nicht automatisch zu besserem Geschmack. Wenn der Ansatz zu stark ist, schmeckt er schnell schwer und alkoholisch, obwohl kein Alkohol enthalten ist. Verdünne zuerst ein kleines Glas, bevor du das gesamte Gefäß mit zusätzlichem Wasser veränderst.
Hygiene ist bei kalt angesetztem Kaffee wichtiger als bei frisch gebrühtem Kaffee. Verwende ein sauberes Gefäß, stelle den filtrierten Cold Brew in den Kühlschrank und bewahre ihn möglichst verschlossen auf. Für beste Aromen trinke ich ihn innerhalb von 3 bis 5 Tagen.
Ein weiterer Irrtum ist, dass Cold Brew grundsätzlich weniger Koffein enthält. Die Menge hängt stark von Kaffeesorte, Dosierung und Verdünnung ab. Ein Konzentrat kann sogar sehr koffeinhaltig sein, daher solltest du die Portionsgröße nicht nur nach dem Volumen beurteilen.
Ein praktischer Ansatz für den Alltag
Wenn du morgens schnell Kaffee möchtest, setze den Cold Brew am Vorabend an. Ein Schraubglas und ein wiederverwendbarer Filter genügen, sodass kein spezielles Gerät nötig ist und du vorhandene Küchenutensilien nutzen kannst.
Mein bevorzugter Ablauf ist einfach. Ich mahle am Abend 80 bis 100 g Bohnen, vermische sie mit 500 ml Wasser, filtere den Ansatz am nächsten Morgen und fülle ihn in eine verschließbare Glasflasche. So habe ich für mehrere Getränke eine Basis und muss an warmen Tagen weder Kaffee kochen noch ihn anschließend abkühlen.
Beginne mit 14 Stunden Ziehzeit und dem Verhältnis 1:5, probiere ein Glas und passe erst danach an. Kleine Veränderungen bei Mahlgrad, Röstung und Verdünnung machen beim Cold Brew mehr aus als zusätzliche Zutaten.