Für eine normale Dusche sind beide Leistungsstufen geeignet
- 18 kW reichen meist für eine einzelne Dusche mit moderatem Wasserdurchfluss.
- 21 kW bieten mehr Reserve bei hohem Wasserdruck, kaltem Zulaufwasser und größeren Duschköpfen.
- Bei 10 °C Kaltwasser und 38 °C Wunschtemperatur liefert ein 18-kW-Gerät rechnerisch etwa 9,2 l/min, ein 21-kW-Gerät etwa 10,7 l/min.
- Beide Varianten benötigen normalerweise 400 V Drehstrom und eine fachgerecht geplante Starkstromleitung.
- Der Stromverbrauch hängt vor allem von Wassermenge, Temperatur und Duschdauer ab, nicht nur von der Nennleistung.
Der Unterschied zwischen 18 und 21 kW steckt im Durchfluss
Die Kilowattzahl beschreibt die maximale Heizleistung. Ein Gerät mit 21 kW kann pro Sekunde mehr Wärme an das Wasser abgeben als ein Modell mit 18 kW. Der Unterschied beträgt rund 16,7 Prozent. Das klingt zunächst gering, macht sich aber bemerkbar, wenn eine Dusche viel Wasser benötigt oder das Leitungswasser im Winter besonders kalt ist.
Für eine verständliche Rechnung nehme ich ein typisches Beispiel mit 10 °C Kaltwasser und einer angenehmen Duschtemperatur von 38 °C. Das Wasser muss dabei um 28 Kelvin erwärmt werden. Unter diesen Bedingungen schafft ein 18-kW-Gerät ungefähr 9,2 l/min, während ein 21-kW-Gerät rund 10,7 l/min erwärmen kann. Die konkreten Werte unterscheiden sich je nach Hersteller, Regelung und Modell.
Steigt die gewünschte Temperatur auf 48 °C oder sinkt die Zulauftemperatur im Winter, nimmt die mögliche Durchflussmenge ab. Bei einer Temperaturerhöhung um 38 Kelvin liegen die rechnerischen Werte ungefähr bei 6,8 l/min für 18 kW und 7,9 l/min für 21 kW. Genau hier liegt der praktische Vorteil der höheren Leistung: nicht in grundsätzlich heißerem Wasser, sondern in mehr warmem Wasser pro Minute.
18 kW oder 21 kW für Dusche, Badewanne und Küche
Für die Auswahl ist die Zapfstelle entscheidender als die Wohnungsgröße. Ich würde zuerst prüfen, wie viel Wasser die Dusche tatsächlich benötigt. Ein sparsamer Duschkopf mit 6 bis 8 l/min stellt deutlich geringere Anforderungen als ein großer Regenduschkopf mit 10 bis 14 l/min.
| Anwendung | 18 kW | 21 kW | Meine Einschätzung |
|---|---|---|---|
| Einzelne Dusche | Gut geeignet bei etwa 6 bis 8 l/min | Mehr Reserve bei 8 bis 10 l/min | 18 kW genügt oft, 21 kW ist komfortabler |
| Großer Duschkopf | Kann den Durchfluss begrenzen | Besser geeignet | 21 kW bevorzugen |
| Badewanne | Funktioniert, füllt aber langsamer | Etwas schneller und komfortabler | Für häufiges Baden können 24 kW sinnvoller sein |
| Dusche und Waschbecken gleichzeitig | Nur eingeschränkt | Ebenfalls nur eingeschränkt | Bei regelmäßiger Gleichzeitigkeit eher 24 bis 27 kW oder getrennte Versorgung |
| Nur Handwaschbecken oder Küche | Deutlich überdimensioniert | Deutlich überdimensioniert | Ein 3,5- bis 11-kW-Gerät ist meist passender |
Für eine normale Dusche in einer kleinen Wohnung sehe ich 18 kW als solide und oft wirtschaftliche Lösung. Bei zwei Personen, hohem Wasserdruck oder einer großzügigen Dusche würde ich eher zu 21 kW greifen, weil die Temperatur weniger schnell einbricht, wenn jemand den Wasserhahn leicht weiter öffnet.
Eine Badewanne ist ein Sonderfall. Beide Leistungsstufen können sie füllen, aber die Füllzeit hängt stark vom Wannenvolumen und vom gewünschten Wasserstrom ab. Wer eine große Wanne regelmäßig schnell füllen möchte, sollte nicht automatisch bei 21 kW aufhören, sondern auch Geräte mit 24 kW prüfen.
Die Elektroinstallation entscheidet mit
Ein elektrischer Durchlauferhitzer mit 18 oder 21 kW wird in Deutschland normalerweise an 400 Volt Drehstrom angeschlossen. Eine normale Steckdose reicht dafür nicht aus. Der Anschluss muss über eine fest verlegte Leitung, passende Schutzorgane und einen zugelassenen Elektrofachbetrieb erfolgen.Bei 18 kW liegt der typische Betriebsstrom je nach Gerät bei ungefähr 26 bis 29 Ampere. Bei 21 kW sind es meist etwa 30 bis 31 Ampere. Deshalb ist in vielen Installationen eine Absicherung mit 32 A vorgesehen. Das bedeutet aber nicht, dass jede vorhandene 32-A-Leitung automatisch geeignet ist.
Leitungsquerschnitt, Leitungslänge, Verlegeart, Umgebungstemperatur und die Ausführung des Sicherungskastens müssen zusammenpassen. Pauschale Aussagen wie „6 mm² reichen immer“ oder „21 kW brauchen zwingend 10 mm²“ sind deshalb nicht zuverlässig. Ich würde vor dem Kauf den vorhandenen Anschluss prüfen lassen und nicht nur das alte Typenschild ablesen.
Beim Austausch eines alten 21-kW-Geräts gegen ein 18-kW-Modell kann die bestehende Installation grundsätzlich ausreichend sein. Trotzdem müssen Anschlussklemmen, Absicherung, Wasseranschlüsse und Bauform des neuen Geräts kontrolliert werden. Eigenarbeiten am Starkstromanschluss sind keine sinnvolle Sparmaßnahme.
Was 18 und 21 kW beim Stromverbrauch wirklich bedeuten
Ein 21-kW-Gerät verbraucht nicht automatisch bei jeder Dusche mehr Strom als ein 18-kW-Gerät. Entscheidend ist, wie viel Wasser auf welche Temperatur gebracht wird. Ein elektronischer Durchlauferhitzer reduziert seine Leistung, wenn der Wasserstrom oder die Temperaturanforderung geringer ist.
Bei voller Leistung würden 10 Minuten Betrieb rechnerisch 3 kWh bei 18 kW und 3,5 kWh bei 21 kW ergeben. Bei einem Beispielpreis von 35 Cent pro Kilowattstunde wären das 1,05 Euro beziehungsweise 1,23 Euro. In der Praxis läuft das Gerät während einer normalen Dusche aber nicht zwingend durchgehend mit der maximalen Leistung.
Für dieselbe Wassermenge und dieselbe Zieltemperatur ist der Wärmebedarf nahezu gleich. Das 21-kW-Gerät hat dann lediglich mehr Leistungsreserve und regelt gegebenenfalls früher herunter. Die Verbraucherzentrale weist deshalb zu Recht darauf hin, dass ein elektronisches Gerät gegenüber einem hydraulischen Modell je nach Nutzung bis zu etwa 30 Prozent Strom sparen kann. Die Regelungsart ist oft wichtiger als der Unterschied zwischen 18 und 21 kW.
Auch die Duschdauer bleibt der größte Kostenfaktor. Eine zehnminütige Dusche mit 8 l/min verbraucht ungefähr 80 Liter Wasser. Wer den Durchfluss auf 6 l/min reduziert und die Temperatur nicht unnötig hoch einstellt, spart meist mehr als durch den Wechsel von 21 auf 18 kW.
Elektronische Regelung ist wichtiger als die letzte Kilowattstufe
Bei einem hydraulischen Durchlauferhitzer hängt die Heizleistung stark vom Wasserdurchfluss ab. Wird mehr Wasser entnommen, schaltet das Gerät oft eine höhere Stufe ein. Das kann zu Temperaturschwankungen führen, wenn gleichzeitig jemand am Waschbecken den Hahn öffnet oder der Wasserdruck schwankt.
Elektronische Geräte messen Durchfluss und Zulauftemperatur und passen die Heizleistung laufend an. Vollelektronische Modelle können zusätzlich den Wasserdurchfluss begrenzen, damit die eingestellte Temperatur möglichst konstant bleibt. Für eine Dusche würde ich deshalb ein elektronisch oder vollelektronisch geregeltes Gerät klar bevorzugen, selbst wenn ein günstigeres hydraulisches Modell auf dem Papier 21 kW bietet.
Ein praktischer Vorteil moderner Geräte ist die gradgenaue Einstellung. Wird die gewünschte Temperatur direkt am Gerät auf etwa 38 °C eingestellt, muss an der Armatur weniger kaltes Wasser zugemischt werden. Das vereinfacht die Bedienung und kann Wasser sowie Energie sparen.Für ein Smart Home oder eine Photovoltaikanlage sollte man die Erwartungen realistisch halten. Ein 21-kW-Durchlauferhitzer benötigt kurzfristig sehr viel Leistung, während eine typische Haus-PV-Anlage oft nur einen Teil davon bereitstellt. Eine Verbrauchsanzeige oder ein Energiemonitor ist nützlich, ersetzt aber keine ausreichend dimensionierte Elektroinstallation.
So würde ich die Entscheidung im Haushalt treffen
18 kW passen gut bei normalem Duschkomfort
Ich würde 18 kW wählen, wenn nur eine Dusche versorgt wird, der Duschkopf höchstens etwa 8 l/min benötigt und die Bewohner mit einem moderaten Wasserstrom zufrieden sind. Auch bei einer einzelnen Person oder einer kleinen Wohnung ist diese Leistung häufig vollkommen ausreichend. Der geringere Leistungsbedarf kann die Planung des Anschlusses vereinfachen, sofern die vorhandene Installation dazu passt.
21 kW sind die bessere Reserve
21 kW sind meine bevorzugte Wahl, wenn zwei oder mehr Personen das Bad nutzen, der Duschkopf einen kräftigen Strahl liefert oder die Dusche auch bei kaltem Winterwasser komfortabel bleiben soll. Der Unterschied ist nicht riesig, aber im Alltag spürbar. Besonders bei einer Wunschtemperatur von 40 °C und mehr zählt jeder zusätzliche Liter pro Minute.
Bei mehreren Zapfstellen reicht beides oft nicht
Wer Dusche, Waschbecken und Küche regelmäßig gleichzeitig mit Warmwasser versorgen möchte, sollte nicht einfach das stärkere der beiden Geräte kaufen. Auch 21 kW sind dafür nur begrenzt ausgelegt. In solchen Fällen sind 24 bis 27 kW, eine getrennte Versorgung oder ein anderes Warmwassersystem oft die passendere Lösung.
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Beim Preis nicht nur auf das Gerät schauen
Einfachere 18- und 21-kW-Geräte liegen im Handel grob bei 180 bis 450 Euro. Komfortmodelle mit Display, mehreren Zapfprofilen oder vollelektronischer Regelung können etwa 500 bis 1.000 Euro kosten. Für den Einbau bei vorhandener, geeigneter Leitung sind grob 200 bis 500 Euro möglich; muss die Elektroinstallation erweitert werden, können daraus schnell 800 bis über 1.500 Euro werden.
Der wichtigste Kostenvoranschlag ist deshalb nicht der Preisunterschied zwischen 18 und 21 kW. Entscheidend ist, ob der vorhandene Stromanschluss genutzt werden kann und ob die Wasserleitungen zur gewünschten Durchflussmenge passen.
Die sinnvollste Wahl ist selten die stärkste Zahl
Für eine einzelne, normal dimensionierte Dusche genügt ein guter elektronischer Durchlauferhitzer mit 18 kW in vielen deutschen Haushalten. Ich würde 21 kW nehmen, wenn mehr Durchfluss, eine größere Dusche oder zusätzliche Komfortreserve gewünscht sind. Für mehrere gleichzeitig genutzte Zapfstellen sind beide Varianten nur bedingt geeignet.
Vor der Bestellung sollten drei Angaben feststehen: der tatsächliche Durchfluss des Duschkopfs, die vorhandene Absicherung und die Regelungsart des Geräts. Wer diese Punkte mit einem Elektro- oder SHK-Fachbetrieb abgleicht, vermeidet die häufigste Fehlentscheidung und bekommt Warmwasser, das nicht nur theoretisch, sondern auch im Alltag zuverlässig funktioniert.